Weil man Menschen nicht ertrinken lässt !

Die diesjährigen Teilnehmenden und Teamer*Innen des Internationalen Workcamps in Sievershausen haben am Antikriegshaus die Aktionsfahne von UNITED4RESCUE gehisst, um die Seenotrettung von Schutzsuchenden auf dem Mittelmeer zu unterstützen. Das Aktionsbündnis hat bislang zwei Schiffe ins Mittelmeer geschickt und zahlreiche weitere Rettungseinsätze ermöglicht. Nun kommt ein Flugzeug für Beobachtungsmissionen hinzu. Doch leider wird das Retten von Menschen auf dem Wasser regelmäßig durch staatliche Blockaden verhindert.

Wo lange von der Ignoranz der europäischen Staaten gesprochen wurde, zeigt sich inzwischen politisches Handeln der Verhinderung und Kriminalisierung ziviler Seenotrettung. Viele Menschen, die auf dem Mittelmeer in Not geraten, kostet das ihr Leben. In vielen bundesdeutschen Städten ruft das Aktionsbündnis dazu auf, am 7. August gemeinsam auf die Straße zu gehen, um ein Zeichen gegen das Sterben auf dem Mittelmeer zu setzen.

 

 

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Mehr als 250 Organisationen fordern von Bundesregierung Aufnahme gefährdeter Menschen aus Afghanistan

„Tun Sie jetzt alles in Ihrer macht Stehende, um die Afghaninnen und Afghanen mit Aufnahmezusage bis Jahresende nach Deutschland zu holen“, heißt es in dem Offenen Brief, der namentlich an die Bundesminister Alexander Dobrindt und Johann Wadephul gerichtet ist.

Noch immer warten rund 1.800 afghanische Menschen darauf, nach Deutschland in Sicherheit zu kommen. Über 70 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Die pakistanische Regierung droht ihnen mit der Abschiebung nach Afghanistan, wenn sie nicht bis Ende Dezember das Land verlassen haben. „Die Zeit drängt. Es zählt buchstäblich jeder Tag“, heißt es in dem Offenen Brief.

In Afghanistan sind die Menschen Verfolgung, Misshandlungen, Gefängnis und sogar dem Tod durch die Taliban ausgesetzt. Der Grund: Sie haben sich über Jahre hinweg für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Frauen- und Kinderrechte eingesetzt: für universelle Werte also – auch im Interesse Deutschlands. Darunter sind ehemalige Ortskräfte der Bundeswehr und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen ebenso wie Journalist*innen, Richter*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen, Angehörige der LSBTIQ+ Community sowie Kulturschaffende.

„Hier ist die Bundesregierung gefordert, Menschen zu helfen und Menschlichkeit zu zeigen“, betont dazu Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der AGDF. Und die Bundesregierung müsse auch zu ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen stehen, fügt er hinzu.

Die mehr als 250 bundes-, landesweiten und lokalen Organisationen appellieren kurz vor Weihnachten nicht nur an Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe, sondern weisen Deutschland vor allem deutlich auf die Verantwortung hin, die es für diese Menschen trägt: „Die menschenrechtlichen Verpflichtungen unseres Landes dürfen kein Lippenbekenntnis sein – das schulden wir jenen, die für Deutschland gearbeitet oder die sich auf uns verlassen haben. Vertrauen ist unsere stärkste Währung. Wer Vertrauen verspielt, handelt gegen Deutschlands Interessen.“

Um die Menschen vor Tod und Verfolgung zu schützen, brauchen sie, heißt es in dem Appell weiter:

1. Sofortige Evakuierungen: Für alle Menschen mit Aufnahmezusage ist die sofortige, unbürokratische Ausreise vor Jahresende einzuleiten.

2. Einen schnellen Abschluss der Verfahren ohne weitere Verzögerung: Die Sicherheitsüberprüfungen und Visaverfahren müssen schnellstmöglich für alle Aufnahmeprogramme – inklusive Menschenrechtsliste und Überbrückungsprogramm – abgeschlossen werden.

3. Sicherheit vor Abschiebungen nach Afghanistan: Die Bundesregierung muss im Gespräch mit der pakistanischen Regierung alle Möglichkeiten nutzen, um weitere Abschiebungen der Betroffenen nach Afghanistan zu verhindern und eine sichere Unterbringung bis zum Abschluss der Verfahren zu gewährleisten.

Den Wortlaut des offenen Briefes, den unter anderem Kabul Luftbrücke, PRO ASYL, Terre des Hommes, Amnesty International, Der Paritätische Gesamtverband, Human Rights Watch und Brot für die Welt unterschrieben haben, finden Sie im Anhang.

Hintergrund:

Derzeit befinden sich in Pakistan rund 1.800 afghanische Staatsangehörige, die eine Aufnahmezusagen aus den vier verschiedenen deutschen Aufnahmeprogrammen haben – Bundesaufnahmeprogramm (§ 23 Absatz 2 AufenthG), Ortskräfteverfahren (§ 22 Satz 2 AufenthG), Menschenrechtsliste (§ 22 Satz 2 AufenthG) und Überbrückungsprogramm (§ 22 Satz 2 AufenthG). Circa 250 von ihnen wurden im August 2025 bereits nach Afghanistan abgeschoben und warten in einem Safehouse auf die Fortsetzung ihrer Verfahren. Während die Bundesregierung angekündigt hat, die Verfahren für Personen im Bundesaufnahmeprogramm und im Ortskräfteverfahren weiterzuführen, sind die Verfahren der Menschenrechtsliste und im Überbrückungsprogramm weiterhin ausgesetzt.

 

 

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Bruch des Völkerrechts nicht mit zweierlei Maß messen!

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat sich bestürzt über den völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf Venezuela und die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Sicherheitskräfte gezeigt. Gleichzeitig fordert der Friedensverband aber auch nachdrücklich die Bundesregierung und die Evangelische Kirche in Deutschland auf, diesen Angriff „uneingeschränkt als völkerrechtswidrig zu verurteilen“, so die AGDF.

„Zu der Intervention zu schweigen oder sich mit einer ,komplizierten Lage´ herauszureden, führt dazu, die Glaubwürdigkeit deutscher Politik und kirchlicher Äußerungen weiter zu schwächen und dazu beizutragen, dass das Völkerrecht und Institutionen wie die Vereinten Nationen weiter an Relevanz verlieren“, unterstreicht AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.

Wer anderen Staaten vorwerfe, den russischen Angriffskrieg nicht klar zu verurteilen und sich an Sanktionen gegen Russland nicht zu beteiligen, dürfe nicht zugleich das jetzige Vorgehen der USA mit anderem Maß bewerten, macht der AGDF-Geschäftsführer hier unmissverständlich deutlich. Dies gelte ungeachtet der Frage, wie die jeweiligen Beweggründe ethisch zu bewerten seien und welche eigenen Interessen es gibt. Und Jan Gildemeister weiter: „Hinzu kommt, dass es den USA mit ihrer Intervention offenbar nicht darum geht, der venezuelischen Bevölkerung die Chance zu geben, nach demokratischen Verfahren ein neues Parlament zu wählen. Vielmehr ist das Ziel der Regierung von Donald Trump offensichtlich, die Interessen der US-Ölkonzerne durchzusetzen und eine willfährige venezuelische Regierung zu installieren, das heißt, den US-Einfluss in ihrem ,Hinterhof´ auszuweiten.“

Für die AGDF erstaunlich ist, dass es von leitender Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland bisher noch keine Kritik am Völkerrechtsbruch durch die US-Regierung gegeben habe, obwohl doch gerade in der Anfang November vergangenen Jahres veröffentlichten neuen Denkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ die Geltung des Völkerrechts betont werde.

So heiße es in der EKD-Friedensdenkschrift unter anderem: „Das Leitbild des Gerechten Friedens versteht Recht als zentrales Mittel für die Schaffung und Aufrechterhaltung von Frieden in der Welt“, sowie weiter „Rechtsstaatlichkeit, Geltung des Völkerrechts, der Menschenrechte und Prinzipien globaler Gerechtigkeit sind unverzichtbare Elemente der evangelischen Friedensethik.“ (Punkt 33 der EKD-Friedensdenkschrift 2025)

Daneben betont die Friedensdenkschrift: „Die Vorstellung, dass die internationale Rechtsordnung den normativen Rahmen für die Einhegung von Konflikten und die Organisation der internationalen Zusammenarbeit bildet, verliert an Rückhalt. Die demonstrative Missachtung des Rechts und der Autorität von Institutionen, aber auch eine rein interessengeleitete, nationalistische Wirtschaftspolitik tragen weiter zur Schwächung international anerkannter Prinzipien und regelgeleiteter multilateraler Zusammenarbeit bei. (…) Die Stärke des Rechts droht durch das Recht des Stärkeren ersetzt zu werden.“ (Punkt115 der EKD-Friedensdenkschrift 2025)

„Daran muss sich die EKD messen lassen. Wenn die EKD betont, dass durch den völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine die Welt in Unordnung sei, dann darf sie jetzt bei diesem völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf Venezuela auch nicht schweigen, wenn sie glaubwürdig bleiben will in ihrem friedensethischen Reden und Handeln“, so AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.

 

 

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AGDF: Neues Buch sucht nach Wegen zum Frieden in konfliktreichen Zeiten

Bonn/Woltersburger Mühle, 12. November 2025/dj


Krieg gilt wieder als ein legitimes Mittel der Politik. Derzeit ist ein Vertrauen in militärische Sicherheit, auch in den Kirchen, zu erleben. Diesem Sog etwas entgegensetzen will das neue Buch „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“, das die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Woltersburger Mühle nun herausgegeben haben. „Es soll gezeigt werden, dass sich die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts militärisch nicht nachhaltig lösen lassen“, so der AGDF-Vorsitzende und frühere badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh.
„Die Hoffnung auf den Frieden ist angefochten in konflikt- und kriegsreichen Zeiten. Die militärische Gewalt hat in den letzten Jahren stark zugenommen, so dass sich die Zahlen der getöteten Frauen und Kinder vervielfacht haben. Bedrohungsszenarien werden entworfen, Angst, Unsicherheit und Ratlosigkeit greifen um sich“, unterstreicht der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Friedrich Kramer, in seinem Geleitwort.
Es sind mehrere renommierte Autorinnen und Autoren, die sich in diesem Buch auf die Suche nach Antworten auf Fragen begeben, die aktuell die Gesellschaft bedrängen. Wie können Kriege verhindert werden? Was schafft Sicherheit? Welchen Beitrag zum Frieden können Menschen in Militär oder in freiwilligen Friedensdiensten leisten? Und welche Rolle kann hier die Kirche spielen?
Zu den Autorinnen und Autoren gehören die Theologin Klara Butting, der frühere EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms, die Politologin Martina Fischer, der AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister, Simon Bödeker von Ohne Rüstung leben, Thorsten Gromes vom PRIF-Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, der AGDF-Vorsitzende Jochen Cornelius-Bundschuh, Elvin Hülser vom Antikriegshaus im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen, Charlotte Kehne von der GKKE-Fachgruppe „Rüstungsexporte“, Rainer Keil von der Universität Heidelberg, Michael Kettelhoit von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), die Theologin Nicole Kunkel von der Humboldt-Universität zu Berlin und Wolfram Stierle vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
„Frieden zielt auf Verständigung und Versöhnung. Er beginnt mit der eigenen Hoffnung, im eigenen Denken und Handeln. Dazu ermutigt dieses Buch. Zugleich braucht die Suche nach dem richtigen Weg zu mehr Gerechtigkeit und Frieden einen konstruktiven, auch kontroversen Diskurs auf Faktenbasis. Auch mit denen, die anderer Meinung sind. In solchen friedensethischen und friedenspolitischen Debatten kann dieses Buch eine Hilfe sein“, ist Jochen Cornelius-Bundschuh überzeugt. „Wir sind aufgefordert, unsere Füße täglich bereit für das Evangelium des Friedens zu machen, also mit unseren Füßen auf dem Weg des Friedens zu gehen“, unterstreicht auch Landesbischof Friedrich Kramer. Und der EKD-Friedensbeauftragte macht deutlich: „Es braucht gerade in unseren Zeiten Menschen, die die Friedensbereitschaft groß schreiben und auf dem Weg des Friedens bleiben. Dieses Buch ist ein Beitrag dazu.“


Kontakt:
Jan Gildemeister, Tel. 0228/24 999-13

Das Buch erscheint am 14. November im Verlag Erev-Rav und ist bei der Woltersburger Mühle und im Buchhandel erhältlich. Im Buchhandel kostet das Buch 15 Euro, bei der Woltersburger Mühle 10 Euro zzgl. Versandkosten. Es kann bereits im Shop der Woltersburger Mühle vorbestellt werden:
https://www.woltersburger-muehle.de/product-page/frieden-suchen-in-konfliktreichen-zeiten
Informationen und Bestellung unter: www.woltersburger-muehle.de, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

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Frieden lernen
und erleben

 

 Der Friedensort
Antikriegshaus Sievershausen 
ist ein anerkannter Friedensort
der 
Evangelisch-lutherischen
Landeskirche Hannovers

Combatants for Peace
Sievershäuser Ermutigung 2024